Bienvenidos a Bolivia

Freitagabend, 18 Uhr. Wir haben Durst. Alle. Zuhause hätten wir nun den Kühlschrank geöffnet, uns ein kühles Getränk ausgewählt und das Problem wäre gelöst gewesen. Vielleicht hätten sich keine Getränke im Kühlschrank befunden, dann hätten wir uns halt ausnahmsweise mit Leitungswasser begnügt. Doch an diesem Freitagabend stand uns keine der beiden Optionen zur Verfügung. Eben erst von einer 3stündigen Wanderung zurückgekehrt waren unsere Wasservorräte zu Ende. Das nächste Boot mit Wasser wird erst morgen früh um 9 Uhr hier Halt machen. Bis dahin besteht die einzige Alternative aus dem verdreckten Wasser aus dem Bächlein nebenan. Aber schliesslich trinken die Wildschweine auch täglich dort, um ihren Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Bienvenidos a Bolivia! Weiterlesen

Blackout

Unsere Leseaktivität war wohl noch nie so hoch wie während der letzten Wochen. Wir haben ja auch genug Zeit und aufgrund der praktischen Erfindung E-Book auch immer genügend Bücher dabei. Ein Buch, welches mir imponiert hat, habe ich praktisch an einem Stück gelesen – eine 31stündige Busreise hat auch geradezu eingeladen. Das Buch „Blackout“ von Marc Elsberg handelt vom Szenario eines praktisch flächendeckenden Stromausfalls in Europa. Absolut lesenswert! Auch wir hatten die letzten Wochen eine Art von Blackout, da das Stromkabel unseres Laptops aus unerklärlichen Gründen den Weg Richtung Süden nicht mehr mitmachen wollte. Der chilenische Paketdienst hat jedoch gute Arbeit geleistet und seit gestern sind wir wieder im Besitz des Kabels. Freude herrscht. Zudem haben wir an unserem neuen Ort auch Internet – was auch keine Selbstverständlichkeit darstellt. Somit ist der Weg frei für neue Blogbeiträge.

Weiterlesen

Why?

„Why are you doing this?“ Diese, in meinen Augen seltsame, Frage stellte uns kürzlich ein Typ aus Michigan, den wir eben erst kennengelernt hatten, nach unserer Erklärung, dass wir auf einer fünfmonatigen Reise seien. Überrumpelt von dieser Frage antwortete ich in meinem besten Slanglish: „That’s just one of these once-in-a-lifetime things, you know.“ Was natürlich absoluter Schwachsinn ist. Inzwischen finde ich die Frage gar nicht mehr doof und wir sinnieren selbst über das warum. Aber was wäre die richtige Antwort gewesen? „Because we can.“? Zu arrogant. „Because it’s cool.“? Zu plump. Nein, es ist wegen der unvergesslichen Momente, die man gemeinsam erlebt. Das ist es.

Weiterlesen

Mütter

Mütter haben ja immer so gute Ratschläge auf Lager. Zum Beispiel: „Kontrolliersch numal gnau ob au ja alles hesch.“ Sinnvoll. Denn man könnte ja zum Beispiel das Aufladekabel des Notebooks liegen lassen, wenn man nicht genau hinschaut. In Pucón zum Beispiel. Natürlich würde man das erst merken, wenn sich der Akku dem Ende zu neigt. Fazit: Es geht wohl noch ein Weilchen, bis der nächste grössere Bericht und die nächsten Fotos auf dem Blog folgen. Schuldzuweisungen bitte an Ivo.

Ivo

Schuldzuweisungen sind einfach. Mit dem Finger auf jemanden zeigen und sagen «Er ist schuld». Es soll Leute geben, die dieses Spiel ganz gut beherrschen – natürlich nur dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Wird dieselbe Sache ein voller Erfolg, heimst man natürlich gerne selbst die Lorbeeren ein. Diese Art von Menschen mag ich nicht so. Trotzdem begebe ich mich ausnahmsweise auf dieses Niveau, indem ich sage: «Ivo ist schuld.» Ganz einfach weil es stimmt. Fairerweise werde ich ihm auch mindestens zwei grosse Biere im Shamrock Pub zahlen, wenn «die Sache» ein voller Erfolg wird.

Weiterlesen