Alles hat ein Ende…

Endlich. Heute ist es soweit. Bei einem vollgepackten Programm ist es nicht einfach, ein Zeitfenster für das Schreiben eines Blogberichtes zu finden. Doch draussen regnet es seit Stunden, das Thermometer zeigt sommerliche 14 Grad an: wenn nicht jetzt, wann dann? Vor genau drei Wochen sind wir in Townsville, im Nordosten Australiens, gelandet. Nach ein paar Diskussionen am Zoll (unser Aufenthalt in Mittelamerika ist eine mögliche Gelbfieber-Quelle, die in Bali gekaufte Holzstatue könnte im Inneren Würmer beherbergen und bei der Frage, ob man Muscheln einführt, hätte man wohl «ja» ankreuzen müssen, wenn sich im Gepäck Muscheln befinden) durften wir das Land nach einer mündlichen Ermahnung und der Erwähnung, dass die mögliche Busse für unwahrheitsgemässes Ausfüllen des Zollformulars bis zu 360’000 Dollar (rund 275’000 Franken) beträgt, schlussendlich betreten.

Nach der Übernahme unseres Mietwagens steuerten wir als erstes Airlie Beach an. Dieser typische Touristenort ist Ausgangspunkt für Touren zu den Whitsunday Islands, wo sich der Whitehaven Beach, der wohl bekannteste Strand Australiens, befindet. Da am ersten Abend der Australian-Open-Sieg von King Roger auf Grossleinwand mitverfolgt und ordentlich gefeiert wurde, verschoben wir diesen Programmpunkt zu Gunsten eines «Relax-Tages» um einen Tag. Leider erfuhren wir an diesem Relax-Tag wieso die Regenzeit diesen Namen trägt und so fiel der erste ganze Tag in Australien buchstäblich ins Wasser. Auch am nächsten Tag zeigte sich das Wetter nicht von der prächtigsten Seite und schau an, selbst der schönste Strand Australiens ist bei bedecktem Himmel nur halb so schön. Nun dann, das Wetter kann man nicht ändern.

Whitehaven Beach

Der nächste sehenswerte Ort auf unserem Plan war Fraser Island, rund 900 Kilometer südlich von Airlie Beach. Der «Kangaroo-Counter», der die Anzahl der toten Kängurus, an denen wir vorbeifahren, zählt, stieg bereits auf diesen ersten Kilometern auf 15 an. Arme Tiere. Fraser Island ist die grösste Sandinsel der Welt und eine der meistbesuchten Touristenattraktionen an der Ostküste Australiens. Dieses Mal spielte auch das Wetter mit. Bei der Fahrt mit dem Allrad-Bus über die sandige Hügelpiste fühlten wir uns an die Wellen der San-Blas-Inseln zurückerinnert und wir waren jeweils froh, wenn wir wieder für ein paar Minuten aussteigen konnten. Das erste Highlight des Tages war sicherlich der Rundflug mit der Air Fraser über die Insel. Das Flugzeug bot Platz für 5 Passagiere und der Grösse entsprechend fühlte es sich in der Luft auch an. Als Start- und Landebahn diente der Strand. Ein einmaliges Erlebnis. Das zweite Highlight war der Besuch des Lake McKenzie, einem See im Innern der Insel, welcher mit weissem Sandstrand und einer Mischung aus türkis- und dunkelblauem Wasser aufwartet, etwas, was man mit eigenen Augen, oder zumindest auf einem Foto, gesehen haben muss, um es sich richtig vorstellen zu können. Ein Traum.

Lake McKenzie

Wenig südlich von Fraser Island absolvierten wir dann einen Verwandtenbesuch. Martinas Cousine ist aktuell im Sprachaufenthalt in Noosa und da dies praktisch an unserem Weg lag, machten wir dort einen kurzen Zwischenhalt. Bei einer Tageswanderung durch den Noosa Nationalpark entdeckten wir einen der schönsten Strände, die uns auf der bisherigen Reise begegnet sind. Strand war dann auch das Motto für unseren Aufenthalt in Mooloolaba an der Sunshine Coast. Haben wir uns eine Woche zuvor noch über den Regen geärgert, war es dort aber schlichtweg zu heiss um am Strand zu liegen. Man kann es uns aber auch nie recht machen.

Versteckter Strand im Noosa National Park

Die weitere Reise in Australien war dann meist städtisch geprägt. Der Aufenthalt in Brisbane – was für eine wundervolle Stadt – war für mich eine Rückkehr in die «alte Heimat», der Aufenthalt in Sydney, resp. im Vorort Manly wurde teurer als erwartet (die Parkuhr war aber auch ziemlich versteckt) und der Aufenthalt in der Hauptstadt Canberra wurde zurecht nur deshalb geplant, weil die Strecke von Sydney nach Melbourne für einen Tag Fahrt einfach zu lang ist. Fairerweise muss man anfügen, dass der Besuch des Kriegsmuseums dort ziemlich interessant war – so zumindest mein Empfinden.

Brisbane by night

Auch ziemlich interessant und eine Erwähnung wert, ist das Wetter in Australien. Nachdem wir zuerst mit heftigem Regen empfangen wurden, nicht unüblich im Nordosten Australiens zu dieser Zeit, wäre man rund um Brisbane froh gewesen um ein paar Tropfen, da es dort angeblich seit Weihnachten nie mehr geregnet hat. Weiter südlich war es dann so heiss, dass sogar ein Spiel der höchsten Fussball-Liga aufgrund der Hitze verschoben wurde. Unsere Temperaturanzeige im Auto kletterte auf 48 Grad (nachmittags um fünf versteht sich) und der Tag sollte als heissester Tag aller Zeiten in die Geschichte der Region eingehen. Während ich diese Zeilen schreibe, beträgt die Aussentemperatur wie erwähnt noch 14 Grad und beim heutigen Nachmittagsspaziergang hat Martina erstmals seit der Busfahrt von Bolivien nach Peru am 1. Dezember wieder die Winterjacke ausgepackt. Sommer in Australien. Ach ja, für Mittwoch beträgt die Vorhersage 36 Grad.

Seit ein paar Tagen sind wir nun in Melbourne, unserer letzten Destination in Australien. Da wir die Strände in der Umgebung nicht wirklich geniessen können, werden wir noch einen Abstecher ins Umland machen mit einer Übernachtung auf einem Weingut, bevor es am Mittwoch weitergeht. Zum Abschluss werden wir noch je ein paar Tage in Singapur und Hongkong verbringen, bevor die Reise für uns zu Ende geht. Wahrscheinlich sehnen wir uns schon bald zurück nach wärmeren Temperaturen – auch wenn es nur 14 Grad wären.

Brighton Beach nahe Melbourne

3 Gedanken zu “Alles hat ein Ende…

  1. Das schweizerische Wetter wir dir gefallen 🙂

    Donnerstag

    Am Donnerstag im Flachland bei veränderlicher Bewölkung zeitweise sonnig, den Alpen und Voralpen entlang vorwiegend sonnig. Im Flachland mässiger, in den Bergen starker bis stürmischer West- bis Südwestwind. Mit 15 bis 18 Grad sehr mild

    LG und gute Heimreise!

  2. ich werde eure Berichte vermissen, hat echt Spass gemacht, mit viel Witz und unglaublich interessanten Berichte, danke euch!!!!!
    da ich ein Sommermensch bin und diese Temperaturen hier im Moment zum abwinken finde, hat es mich ein bisschen erwärmt:-)

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