Die längste Schlange der Welt

Wir haben ja wirklich schon viele, für uns zum Teil doch eher exotische, Tiere gesehen. Angefangen von den Nasenbären in Argentinien über Pinguine, Papageien, diverse Affen, Wildschweine, rosafarbene Flussdelfine, Kaimane, bis hin zu den wunderprächtigen Delfinen im Karibischen Meer vor Panama. Doch ein Highlight blieb uns bis kurz vor unserer Abreise vom amerikanischen Kontinent verwehrt: Die längste Schlange der Welt. Als Krönung durften wir diese Schlange nicht nur von aussen betrachten, sondern sogar ein Teil von ihr sein. Stundenlang.

Bei der Rückkehr von den Corn Islands auf das nicaraguanische Festland war dieser Moment jedoch noch in weiter Ferne. Nach unserer Landung in Managua machten wir uns sogleich auf ins rund 90 Minuten entfernte León. Dabei machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Geschäftstüchtigkeit der «Nicas». Unsere Rucksäcke hatten im Kofferraum des vollgestopften Minivans nicht wirklich Platz und so blieb uns die Wahl, für die Rucksäcke ebenfalls zwei Tickets zu kaufen oder die selbigen auf unserem Schoss zu transportieren. Wir entschieden uns für das Letztere, was wir eine durchgeschwitzte halbe Stunde später bereits wieder bereuten. Geiz ist geil. Naja.

León, im Nordwesten Nicaraguas gelegen, ist vor allem bekannt als die Stadt der Kirchen. Je nach Quelle reicht die Anzahl von zwölf bis «wie Sand am Meer». Einige davon konnten wir bereits am ersten Tag bei unserer kilometerlangen Suche nach der rund 200 Meter von unserem Hostel entfernten Wäscherei besichtigen. Ja, auch solche Dinge müssen sein. Ein besonders sehenswertes Exemplar war die Kathedrale von León, die, so wurde uns zumindest gesagt, älteste und grösste Kathedrale Mittelamerikas. Bei einer Bauzeit von 113 Jahren darf man schliesslich auch etwas erwarten. Gegen ein kleines Entgelt konnte man sogar noch einen Rundgang auf dem Dach einlegen. Bei einer Aussentemperatur von 36 Grad im Schatten war das dann aber auch genug der Aktivität für einen Tag.

Auf dem Dach der Kathedrale in Leon.

Umso aktiver wurde dafür unser nächster Tag. Frühmorgens wurden wir bei unserer Unterkunft abgeholt und zum ausserhalb von León gelegenen Vulkan Cerro Negro gefahren. Dieser sehr aktive Vulkan, dessen letzte Eruption kurz vor dem letzten Jahrtausendwechsel stattgefunden hatte, ist Erfindungs- und Ausgangsort einer ganz besonderen Sportart: Volcano Boarding. Nach dem knapp einstündigen Aufstieg über Geröll und Vulkanasche und einer kurzen Kraterbesichtigung wurden wir von unserem Guide genauestens instruiert, wie es nun in weniger als 2 Minuten mit dem vor dem Aufstieg gefassten Holzbrett wieder runtergeht: Aufs Brett sitzen, Füsse aufs Brett (oder neben das Brett, wenn man bremsen will, doch wer will schon bremsen?) und los geht’s. Schlitteln für Fortgeschrittene sozusagen. Die Rekordgeschwindigkeit für die Abfahrt soll bei rund 60 oder 90 km/h liegen, je nachdem wen man fragt, und ich bin mir fast sicher, dass ich diese Geschwindigkeit überschritten hatte. Leider wurde unsere Geschwindigkeit nicht gemessen und darum kann diese Aussage nicht verifiziert werden. Auf jeden Fall war dies ein Riesenspass und es hätte uns nichts ausgemacht, den Weg nach oben noch einmal unter die Füsse zu nehmen, um ein zweites Mal runterzurasen. Vielleicht ja bei der nächsten Nicaragua-Reise.

Bereit für die Abfahrt.

Von León ging es für uns weiter Richtung Norden. Dieser Teil von Nicaragua ist bei Touristen noch eher unbekannt und ist v.a. als Landwirtschafts- und Handelszentrum des Landes wichtig. Die ersten drei Nächte verbrachten wir in einer Stadt namens Estelí, einer typischen Arbeiterstadt. Bekannt ist diese vor allem für die Zigarrenfabriken in der Umgebung, welche hochwertige Zigarren herstellen, die weltweit für teures Geld verkauft werden. Gerne hätte wir auch eine solche besucht, was wir im einzigen Touristenbüro der Stadt auch so erklärten. Alles wurde mit unserem besten Spanisch sorgfältig arrangiert und der nette Herr wollte nur noch sicherheitshalber bei der Fabrik nachfragen, ob sie denn am nächsten Tag auch geöffnet hätten. Nach diesem Kontrollanruf folgte ein Schwall von Wörtern, von denen wir «Evakuation», «geschlossen» und «übernächste Woche» entschlüsseln konnten und resümierten daraus, dass die Besichtigung für uns wohl ins Wasser fiel.

So hatten wir einen Tag länger Zeit, uns auf unser nächstes Highlight zu freuen. Unsere nächste Tour führte uns zum Somoto Canyon, abgelegen an der Grenze zu Honduras. Diese Schlucht war bis vor ein paar Jahren nur den wenigen Einheimischen in der Umgebung bekannt, ehe sich ein paar tschechische Wissenschaftler 2004 dorthin «verirrten» und dieses gewaltige Naturdenkmal «entdeckten». Heute kann man mit einem einheimischen Guide Touren durch die Schlucht machen, was wir uns nicht nehmen lassen wollten. Am Busbahnhof von Somoto wurden wir bereits von unserem Guide, einem Fahrer und einem Helfer erwartet. Zusammen mit uns warteten auch ein französisches Pärchen, drei junge Französinnen und eine Frau unbekannter Herkunft. Irgendwie ganz schön viele Leute für den einen Pickup der zum Weitertransport zur Verfügung stand, doch da wir uns zu sechst hinten auf die Ladefläche quetschen konnten, war auch das kein Problem. Nicht mal bei der bevorstehenden Polizeikontrolle war es ein Thema, dass elf Leute für ein Auto vielleicht ein bisschen viel sind und wir konnten diese unbehelligt passieren. So läuft das hier.

Die Tour durch die Schlucht selbst war dann absolut umwerfend. Nach einer Wanderung von rund 45 Minuten war vor uns die Schlucht und nichts als Wasser zu sehen. Die nächsten paar Kilometer ging es dann watend, schwimmend und, wenn sich ein grösseres Hindernis in den Weg stellte, auch springend, durch die Schlucht. Währenddessen beim ersten Sprung von einem zwei Meter hohen Fels gesprungen wurde, durfte man beim zweiten Hindernis die Sprunghöhe selber wählen. Zwei, fünf, zehn und zwanzig Meter standen zur Auswahl. Von unserer Gruppe von acht Leuten wählten bis auf Martina alle die Zweimeter-Variante. Sie meisterte die zehn Meter bravourös. Lieber sie als ich. Als Abschluss folgte ihr unser Guide aus zwanzig Metern Höhe. Lieber er als ich.

Sprung in die Schlucht aus 10 Metern Höhe .

Nach diesem aktiven Ausflug gönnten wir uns ein wenig Erholung im Selva Negra (zu Deutsch: Schwarzwald), einem Naherholungsgebiet in den Hügeln im Norden Nicaraguas. Bei einem Spaziergang über die hauseigenen Kaffeeplantagen erfuhren wir dabei den ganzen Prozess der Kaffeeherstellung von der Bohne bis zur Tasse und durften sogar selbst Hand anlegen. Definitiv ein strenger und nicht wirklich gut bezahlter Job, auf den jedoch viele Nicaraguaner angewiesen sind.

Nur den Knopf der Kaffeemaschine zu drücken ist definitiv einfacher.

Unser Abstecher in den Norden, der sich definitiv gelohnt hat, neigte sich nun dem Ende zu und wir begaben uns zurück in touristischere Gefilde, genauer gesagt nach Granada. Dies taten wir, wie übrigens alle unsere Fahrten von der einen Minivan-Fahrt am Anfang abgesehen, mit dem Bus, welchen auch die Einheimischen benutzten, dem sogenannten «Chicken-Bus». Dieser ist so benannt, da eben v.a. Einheimische diesen Bus benutzen – für Touristen gibt es ein wenig teurere, bequemere Busse oder Shuttle-Services mit Minivans – und diese halt doch ab und zu Hühner mit in den Bus nehmen. Das Merkmal dieser Busse: viel zu enge Sitzbänke, viel zu laute Musik und viel zu aggressive Fahrer. Das Fahrziel der Busse wird, sowohl am Busbahnhof als auch während der Fahrt, von einem «Schreier» laut ausgerufen, so dass man auch ganz sicher den richtigen Bus erwischt. Möchte man an einen Ort, welcher nicht an der befahrenen Strecke liegt, wird man an einer x-beliebigen Kreuzung «abgeladen», an welcher einem dann der nächste Bus, welcher in die gewünschte Richtung fährt, wieder mitnimmt. Aufgrund der erwähnten Schreier weiss man auch an diesen Kreuzungen immer, wohin der ankommende Bus genau fährt. Auch wenn wir uns ab und zu an einer verlassenen Kreuzung wiederfanden und uns fragten, ob wir da wirklich richtig sind, hat dieses System funktioniert. Immer.

 Ein typischer Chicken-Bus.

Granada, für Touristen das bekannteste Ziel in Nicaragua, ist eine schöne alte Kolonialstadt mit schönen Gebäuden aus längst vergangenen Jahrhunderten. Hier liessen wir es uns ein paar Tage gut gehen, inkl. Ausflügen zum nahe gelegenen Vulkan Mombacho, an dessen Kraterrand wir entlang wandern konnten, sowie einem Zweitages-Trip zur Laguna de Apoyo, einem See, der durch einen sich mit Wasser füllenden Vulkankrater entstand.

Kathedrale von Granada.

Nachdem wir viele Eindrücke vom Landesinneren gewinnen konnten, war es wieder einmal Zeit für ein wenig Strand. Nicaragua ist bekannt für seine Surfstrände und an einem solchen liessen wir uns als nächstes nieder. Unsere Wahl fiel auf den Playa Maderas, ein etwas abgelegener Strand in der Nähe des Touristen-Hotspots San Juan del Sur. Ausser Surfen waren dort nicht viele Aktivitäten möglich – um zu baden war das windige Wetter und die hohen Wellen nicht geeignet – und so liessen wir es uns nicht nehmen, die ersten Surflektionen zu nehmen. Zumindest Martina. Ich wurde dem Fotografendienst zugeteilt. Irgendwer muss das ja machen. Und den Blogbericht schreiben. Und was es sonst noch so gibt halt.

Die ersten Schritte zur Surf-Queen.

Als unsere Zeit in Playa Maderas abgelaufen war, hiess es auch Abschied nehmen von Nicaragua. Natürlich hätte es in diesem Land noch viel zu entdecken gegeben, doch nach 20 Tagen begaben wir uns für unsere letzte Woche in Zentralamerika zurück nach Costa Rica. Wohlweislich nahmen wir den frühestmöglichen, hoteleigenen Bus, welcher uns vom abgelegenen Strand zurück nach San Juan del Sur brachte. Der Shuttle-Bus, der uns von dort zur ca. 45 Minuten entfernten Grenze hätte bringen sollen, fuhr immer dann, wenn sich sechs Fahrgäste für ein Fahrziel entscheiden konnten, und da ausser uns keine Touristen in Sichtweite waren, hiess es entweder warten oder eine Alternative suchen. Die Alternative hiess natürlich: Chicken-Bus. Nicht unweit vom Hostel sahen wir einen dieser Busse – welche im Übrigen fast ausschliesslich ausrangierte US-amerikanische Schulbusse sind – an einer Kreuzung stehen. Dieser fuhr zwar nicht an die Grenze, aber man würde uns Bescheid sagen, an welcher Kreuzung wir aussteigen sollten. Tatsächlich wurden wir erneut an einer Kreuzung abgeladen und ein Helfer transportierte sogar unsere Rucksäcke auf die andere Strassenseite und sagte, wo wir genau warten müssen. Zu unserer Überraschung stieg dieser Helfer nicht zurück in den Bus, sondern präsentierte sich als unser neuer Freund, fuhr gleich mit uns weiter zur Grenze, erklärte uns die Zollformalitäten, wo sich welches Gebäude befand und jegliche weitere Informationen, die für uns sicher brauchbar gewesen wären, wäre dies nicht das gefühlte zwanzigste Mal, dass wir so ein Prozedere nun durchliefen. Zum Schluss wurden wir von unserem Helfer an der Schlange vorbei ins Passbüro geschleust, was den wartenden Leuten sichtlich missfiel. Zurecht, wie wir fanden, denn wieso genau wir diese Sonderbehandlung verdient hatten, war für uns nicht ersichtlich. Unser Helfer verabschiedete sich dann ziemlich schnell von uns und ehrlich gesagt hätte ich ihm gerne noch ein Trinkgeld gegeben, doch er war schon weg.

Die Formalitäten stellten sich dann ein wenig komplizierter dar als erwartet. Die Frau, die für den Ausreise-Stempel in unserem Pass verantwortlich war, wollte unsere Reisepässe erst wieder rausrücken nachdem eine Gebühr von USD 2 pro Person bezahlt worden war. Wie wir bemerkt haben, sind Ein- und Ausreisesteuern in Süd- und Zentralamerika üblich. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir zweimal Steuern zahlen mussten, selbstverständlich an zwei verschiedenen Schaltern. Einmal für die Regierung der Region und einmal für den Betreiber des Flughafens, oder wer auch immer Lust hatte, eine Steuer zu erheben. Manchmal erschien die Höhe der Steuer auch eher willkürlich und wurde wohl erst festgelegt, nachdem man unseren Schweizer Pass erblickt hat, aber wenn dein Gegenüber deinen Pass in den Händen hält, bleiben dir wohl nicht viele Alternativen. Daher war für uns dieser kleine Betrag auch kein Problem. Das Problem war aber, dass sich die Beamtin standhaft weigerte, die einheimische nicaraguanische Währung zu akzeptieren. Sie wollte nur US-Dollar und solche führten wir nicht mehr mit uns – selbst unser Notvorrat war kurz zuvor zu Ende gegangen. Bei Beamten Flexibilität zu erwarten, ist selbstverständlich ein hoffnungsloses Unterfangen und so blieb Martina bei unseren Pässen, während ich mich auf die Suche nach US-Dollar machte. Und siehe da, unser Freund von vorhin liess es sich nicht nehmen und stellte mir einen Freund von sich vor, welcher zufällig US-Dollar mit sich trug. Natürlich wechselte er nur ab 20 USD und das zu äusserst vorteilhaftem Kurs. Für sich, versteht sich.

Unsere Stempel waren alsbald im Pass und wir waren offiziell aus Nicaragua ausgereist. Auf der anderen Seite des Ausreisebüros erwartete uns wild winkend erneut unser neuer Freund und führte uns zugleich zu einer weiteren Freundin – der hat aber viele Freunde – die uns ein Rückreiseticket von Costa Rica nach Nicaragua verkaufen wollte. Will man in Costa Rica einreisen, muss man vorweisen, wie und wann man das Land wieder verlässt. Ohne Ausreiseticket keine Einreise. Da viele Reisende – wie wir oftmals auch – eher «spontan» unterwegs sind und sich das Rückreisedatum gerne offenlassen, sind solche Rückreisetickets ein gutes Geschäft. Da sie billig sind, kann man sie auch verfallen lassen. Als wir unserem neuen Freund erklärten, dass wir bereits ein Flugticket zur Weiterreise hätten, war er doch ein wenig enttäuscht. Da entging jemandem wohl die Provision.

Der Weg von der nicaraguanischen Ausreisestelle zur costa-ricanischen Einreisebehörde war gesäumt von Polizisten. Unser Freund wurde, aus welchen Gründen auch immer, von ebendiesen Polizisten angewiesen, uns nicht weiter zu begleiten. Der Zeitpunkt des Abschieds war gekommen und plötzlich wurde die Hand doch aufgehalten. In Ermangelung kleiner Noten gab es ein für nicaraguanische Verhältnisse recht üppiges Honorar für die Dienste des Mannes, welche wir definitiv nicht gebraucht hätten, doch unverschämterweise meinte er, dass es das Doppelte koste. Da er von den Polizisten nicht weiter gelassen wurde, wir jedoch schon, sah ich nicht ganz ein, wie er in der stärkeren Verhandlungsposition sein konnte und so endete unsere Freundschaft so schnell wie sie begonnen hatte.

Bei jedem Gebäude, welches wir passierten, lugten wir kurz hinein, um zu sehen, ob wir hier unseren Einreisestempel kriegten und jedes Mal wurden wir «ein paar Meter» weiter verwiesen. Als wir bei unserem Ziel ankamen, wussten wir sofort, dass wir richtig waren. Vor uns eine Schlange, wie sie noch keiner von uns je gesehen hat. Da reichen nicht die Schlangen, die sich nach den Fussball-EM-Spielen in Lyon beim Stadion-Bahnhof vor der Rückfahrt in die Stadt gebildet hatten, nicht diejenigen an jedem beliebigen US-amerikanischen Flughafen bei der Einreise und auch nicht die Schlangen, die sich bei Openairs am letzten Morgen vor der Smartphone-Akku-Aufladestelle bilden. Martina meinte, so fühle es sich wohl, wenn man bei Lancierung für ein neues IPhone anstehe und in etwa mochte das stimmten. Waren die ersten zwei bis drei Stunden eher von Langeweile geprägt – in der prallen Sonne stehen und jede Minute den Rucksack um 1-2 Meter nach vorne schieben ist nicht wirklich spannend – wurde es umso actionreicher je näher man sich dem Gebäude näherte. Der Einlass ins Gebäude wurde von einem Polizisten mittels eines Gittertors reguliert. Nebst unserer, mehreren hundert Meter langen Schlange, hatte sich eine «Priority»-Schlange gebildet, welche für Eltern mit Kleinkindern und Senioren vorgesehen war. Doch da man diese beiden Attribute durchaus flexibel auslegen kann, war beim seit Stunden anstehenden Plebs Unmut zu spüren, wenn dieser das Gefühl hatte, dort stehe jemand, der da nicht hingehöre und diesem Unmut wurde zusehends Luft gemacht, zuerst durch johlen, danach gelegentlich durch handgreiflichere Tumulte. Auch wir liessen es uns natürlich nicht nehmen, lautstark zu protestieren, wenn wieder 20 Leute von der Priority-Schlange durch das «heilige Tor» treten durften und nur 10 Leute von unserer Schlange; auch wenn wir natürlich kein Wort verstanden.

Leider nicht in ganzer Länge zu erfassen, diese Schlange.

Nach etwas weniger als vier Stunden hatten wir «die längste Schlange der Welt», welche inzwischen sogar noch einiges länger geworden war, hinter uns und setzten uns in einen Bus in die nächstgrössere Stadt, wo uns mitgeteilt wurde, dass der nächste Bus an unseren Zielort erst drei Stunden später fahren würde, aber es gäbe da eine Möglichkeit, mit diesem und jenem Bus bis zu dieser und jenen Kreuzung und so weiter. Kennen wir. So fanden wir uns einige Zeit später an einer Kreuzung wieder. Dass dort nur alle zwei Stunden ein Bus vorbeifährt, hat uns keiner gesagt, aber zum Glück erbarmte sich ein vorbeifahrender Einheimischer unser und nahm uns für die letzte Teilstrecke mit seinem Wagen mit. Ein ereignisreicher Tag. Zehn Stunden Reisezeit dürften eher am oberen Ende liegen, bedenkt man, dass unser Ausgangs- und unser Zielort keine 100 km Luftlinie voneinander entfernt liegen.

Unser Zielort war in diesem Falle Brasilito, ein kleines Dörfchen an der Pazifikküste. Wir entschieden uns, die restliche Zeit in Costa Rica auf die beiden uns empfohlenen Strandorte Brasilito und Tamarindo aufzuteilen. Wir hätten auch noch in den einen oder anderen Nationalpark stressen oder uns auf eine weitere Vulkanwanderung einlassen können, doch hatten wir in unseren 3 ½ Monaten in Lateinamerika so viel erlebt, dass wir uns eine Woche Erholung leisten konnten. So waren auch die Tage äusserst erholsam, geprägt von viel Nichtstun an zwei sehr schönen Stränden sowie gutem Essen. Die eine Hälfte von uns probierte sich, ziemlich erfolgreich und bereits ohne Lehrer, erneut beim Surfen, was auch die andere Hälfte gerne getan hätte, aber jemand musste sich ja um das Waschen der Wäsche kümmern. Und um den Blog natürlich. Ach, es kommt einfach immer etwas dazwischen.

Playa Tamarindo, unser letzter Ort in Lateinamerika.

Nun sind wir zurück in der Hauptstadt San José und warten auf unseren Flug. Der letzte Monat unserer fünfmonatigen Reise ist für Australien reserviert. Nächsten Sonntag, 29. Januar, werden wir unsere Reise dort fortsetzen. Wo wir dazwischen sein werden? Clevere Leute würden in der Rubrik «Wo wir sind» nachschauen. Bringt jedoch nichts. Dort wird weiterhin San José, Costa Rica stehen. Die Destination unseres Zwischenstopps werdet ihr jedoch schon bald erfahren. Im nächsten Bericht. Raten in der Zwischenzeit ist natürlich erlaubt.

 

 

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