Grenzübergänge

Der Grenzübergang von einem Staat in den nächsten ist in unseren Gefilden meist eine einfache Sache. Begibt man sich von der Schweiz in die umliegenden Staaten sind Ausweiskontrollen heutzutage dank des politischen Fortschritts eine Seltenheit, ebenso fallen diese bei Flügen innerhalb des Schengen-Raums weg. Auch für Reisen in fernere Staaten ist das Flugzeug diesbezüglich das dankbarste Mittel. Irgendwann kommt man zum Schalter, hinter dem ein mehr oder minder gelangweilter Beamter sitzt, der einem je nach Lust und Laune noch ein paar Fragen zum bevorstehenden Aufenthalt stellt, bevor dann eventuell noch ein Stempel in den Pass gedrückt wird. Fertig.


In Südamerika kann dieses Prozedere durchaus anders vonstattengehen. Seit unserem letzten Bericht sind wir in drei neue Staaten eingereist und jede dieser Ein- respektive Ausreisen war auf ihre eigene Weise spektakulär. Angefangen hat alles in Bolivien, wo man sich für uns noch ein Abschiedsgeschenk überlegt hat. Die Reise von La Paz nach Cusco in Peru legten wir mit dem Bus zurück. Rund 12 Stunden waren dafür vorgesehen. Unsere Plätze im Bus waren weder sonderlich bequem noch unbequem, doch dummerweise hat Martina den Platz unter der Lüftung erwischt. Dies wäre bei einer dichten Lüftung nicht weiter schlimm gewesen, doch so tropfte es hin und wieder mal – also so geschätzt alle 10 Sekunden – mitten in ihr Gesicht. Angenehm. Nach rund vier Stunden, die sich für meine Begleiterin wie Dauerregen anfühlen mussten, erreichten wir die Grenze zu Peru. Ein Blick aus dem Fenster des Busses enthüllte gar nichts ausser absolute Dunkelheit. Menschen mit Zugkarren inmitten von hupenden Autos und Motorrädern, draussen schien ein einziges Chaos zu herrschen. Als wir fünf Minuten später den Bus zwecks der Ausreise aus Bolivien verlassen mussten, wurde uns klar, was hier los war. Der Strom, und somit auch die komplette Strassenbeleuchtung, war ausgefallen. Grenzbeamte standen mit Taschenlampen um uns herum, Autohupen waren von allen Seiten zu hören, Fahrräder huschten gefährlich nahe vorbei, Menschen wedelten mit irgendwelchen Dokumenten vor den Gesichtern der Beamten herum und keiner wusste so recht was nun zu machen ist. Als wir kurz unsere zwei Sekunden Aufmerksamkeit des völlig überforderten Grenzbeamten hatten, meinte er zu uns, wir sollen uns mit je einer Passkopie in das danebenstehende Büro – welches unserer Nase zufolge Strom von einem benzinbetriebenen Generator bezog – begeben. Zum Glück hatten wir uns am selben Nachmittag noch je fünf Passkopien ausgedruckt. Denn erfahrene Reisende wissen: Passkopien können immer nützlich sein. Rund 90% der Insassen in unserem Bus zählten jedoch nicht zu dieser Kategorie und die hatten nun ein kleines Problem. Denn da in der ganzen Stadt kein Strom vorhanden war, gab es auch keine Möglichkeit, eine Kopie anzufertigen. Ohne Kopie keine Ausreise. Während wir uns also brav für unseren Ausreisestempel anstellen konnten, mussten diese Leute zuerst über den Grenzfluss nach Peru spazieren, sich dort in irgendeinem Hotel die Kopie besorgen, mit dieser Kopie zurück nach Bolivien, dort den Ausreisestempel holen, um dann wiederum die Brücke nach Peru zu passieren, um dort den Einreisestempel zu holen. Alles klar?

Nachdem (endlich) alle wieder zurück im Bus waren, konnte die Reise fortgesetzt werden und freundlicherweise hatte sich die Lüftung in der Zwischenzeit scheinbar gänzlich entleert, zumindest war kein Tropfen mehr zu entnehmen. Ohne weitere Zwischenfälle – von zwei gründlichen Polizeikontrollen, die jedoch mehr den Einheimischen zu scheinen galten, abgesehen – erreichten wir nach total fast 16 Stunden die peruanische Stadt Cusco.

Cusco war für uns vorerst aber nur ein Zwischenziel. Eben erst angekommen machten wir uns sogleich auf die Suche nach einer Fahrgelegenheit in das rund 90 Minuten entfernte Dorf Ollantaytambo, wo wir am selben Nachmittag noch den Zug nach Machupicchu Pueblo bestiegen, den Ausgangsort zur Besichtigung der weltberühmten Inka-Ruinen Machu Picchu. Trotz meines immer noch angeschlagenen Gesundheitszustandes beschlossen wir, den Weg auf den Berg zu Fuss in Angriff zu nehmen und auf die rund 20-30minütige Busfahrt zu verzichten. Wer braucht denn schon einen Bus? Tss. Bereits um 5 Uhr morgens machten wir uns auf den Weg. Dies aus zweierlei Gründen: Erstens würden ab 10 Uhr diejenigen Massen von Touristen eintreffen, die einen Tagestrip ab Cusco unternehmen und zweitens hat unsere Wetter-App zwischen 10 und 14 Uhr heftigen Regen vorausgesagt. Als wir an der Bushaltestelle vorbei spazierten, hatten sich schon ein paar Dutzend Leute eingefunden, welche sich für die Busvariante entschieden (der erste Bus fährt um 5.30 Uhr). Nach rund 25 Minuten gemütlichem Spazieren der Strasse entlang, befanden wir uns beim Beginn des eigentlichen Trails. Durch einen Wald führten Treppen hoch zu noch mehr Treppen an deren Ende weitere Treppen warteten. Da wir meinetwegen alle drei Minuten für gefühlte fünf Minuten pausierten, überschritten wir sogar die zu Beginn angegebene Wanderzeit von 60 Minuten knapp. Umso grösser war die Freude – und der Stolz – als wir dann um 6.45 Uhr am Eingang der Ruinen standen. Ausser uns waren zur gleichen Zeit nur rund zwei Handvoll Leute unterwegs – die Busvariante scheint also einiges beliebter.

Aufstieg zum Machu Picchu

Die Ruinenstadt Machu Picchu – welche oftmals als Sehenswürdigkeit Nr. 1 in ganz Südamerika angepriesen wird – stand anfänglich nicht zuoberst auf unserer To-Do-Liste. Da wir aber – mit Ausnahme von einer Person – von allen darauf hingewiesen wurden, wie lohnenswert dieser Ausflug sei und wir sowieso schon in der Nähe waren, entschieden wir uns für einen Besuch. Wir sollten es nicht bereuen. Vor uns lag nun eine ganze Stadt, erbaut vor mehr als 600 Jahren mit einfachsten Mitteln. Unvorstellbar, wenn man sieht, an welcher Stelle diese Stadt steht.

Der erste Eindruck der Ruinenstadt Machu Picchu - Wahnsinn!

Wie die Stadt eigentlich hiess, ist unklar. Deshalb wurde sie der Einfachheit halber nach dem daneben liegenden Berggipfel Machu Picchu benannt. Ebenso unklar ist heute der Sinn und Zweck dieser Stadt an diesem sehr speziellen Ort. Es existieren keine Überlieferungen, weshalb nur Vermutungen angestellt werden können. Eine davon ist, dass bis zu 1’000 Personen hier gewohnt haben sollen, wieso auch immer. Nachdem wir rund drei Stunden über den Sinn der verschiedenen Gebäude sowie über die Möglichkeit der Erstellung dieser Stadt vor mehr als 600 Jahren sinniert hatten, begaben wir uns wieder auf den Rückweg. Da genau in diesem Moment leichter Regen einsetzte, entschieden wir uns für die Rückfahrt mit dem Bus. Zum Glück gibt’s einen Bus. Als dieser 20 Minuten später die Endstation im Tal erreichte, hatte ein Gewitter eingesetzt, welches für die nächsten Stunden anhalten sollte. Perfektes Timing unsererseits. Noch am selben Nachmittag fuhren wir mit dem Zug, auf den man mangels Strassen angewiesen ist, zurück nach Cusco. Der Preis von rund 120 Franken – one-way versteht sich – für die rund dreieinhalb Stunden dauernde Fahrt zeigt eindrücklich die Preissetzungsmacht eines Monopolisten. Die selbe Fahrt kostet für die Einheimischen übrigens rund 2 Franken. Fairerweise muss man erwähnen, dass bei den Wagen für die Einheimischen vermutlich weder die zwanzigminütige Modeschau noch das Stück Pizza inklusive ist. Gleicht sich dann wohl fast wieder aus.

Cusco, die ehemalige Hauptstadt des Inkareiches, hat aufgrund der historischen Bedeutung und der dementsprechenden Vielzahl von historischen Gebäuden, für Touristen viel zu bieten. Da aber auch wir nicht unendlich Zeit haben, beliessen wir es bei einer eintägigen Stadtbesichtigung, bevor wir per Flugzeug zu unserem nächsten Ziel, Iquitos, gelangten.

Eines der vielen historischen Gebäude in Cusco.

Iquitos war für mich eine der Städte, die unbedingt mit ins Programm mussten, falls wir nach Peru reisen sollten. Der Hauptgrund dafür ist die Lage dieser Grossstadt. Einerseits ist Iquitos nicht über die Strasse, sondern nur per Boot und Flugzeug erreichbar – erstaunlich bei einer Grossstadt mit rund 500’000 Einwohnern – und andererseits liegt die Stadt direkt am Amazonas, den man ja schlecht weglassen kann bei einer Südamerika-Reise. Gleich bei Ankunft wurden wir vom Iquiteño Jairo, einem Freund von Bekannten in der Schweiz, empfangen, welcher uns gleich ein ganzes Programm für die nächsten Tage zusammenstellte. Ein Teil davon war ein Ausflug in den peruanischen Dschungel, mehrere Stunden Bootsfahrt von der Stadt entfernt. Der Unterschied zum bolivianischen Dschungel bestand für uns eigentlich nur darin, dass wir hier nicht in einer extra für Touristen hingestellten Lodge, fernab von jeglicher Zivilisation, lebten, sondern in einer an ein Dorf angrenzenden Unterkunft. Beim Schamanen dieses Dorfes hätten wir am ersten Abend sogar zusammen mit einer Schweizerin, zwei Deutschen, einem Australier und einem Taiwanesen an einer traditionellen, rituellen Ayahuasca-Zeremonie teilnehmen können. Sicherlich ein spannendes Erlebnis, welches wir aber aufgrund der fehlenden Vorbereitung den oben erwähnten Personen überliessen.

Zum Abschluss unseres Iquitos-Aufenthaltes führte uns Jairo zuerst über den traditionellen Einheimischen-Markt, an dem alles Mögliche (und Unmögliche) verkauft wird, bevor wir uns für den Rest des Tages gratis sein Boot mitsamt Fahrer ausleihen durften. Die Kommunikation mit dem Fahrer erwies sich aufgrund unserer mangelnden Spanisch-Kenntnisse als besonders interessant, aber schlussendlich schafften wir es problemlos zu allen gewünschten Orten, inklusive einer Tierrettungsstation, wo verwundete Tiere wieder für ein Leben in der Wildnis vorbereitet werden und eines lokalen, auf dem Fluss treibenden Restaurants, in welchem wir vorzügliche Kaiman-Nuggets aufgetischt bekamen.

Kaiman-Nuggets mit Camu Camu-Saft. Lecker.

Nach diesem Tag neigte sich unsere kurze Zeit in Peru bereits dem Ende zu. Wir machten uns auf den Weg Richtung Osten, genauer gesagt Richtung Kolumbien. Als ich vor nunmehr fast sechs Jahren zum ersten Mal nach Kolumbien reiste, war dies nach landläufiger Meinung ein höchst gefährliches Unterfangen. Kolumbien – dies war doch das Land der Drogen und der Kriminalität. Mich empfingen damals jedoch höchst freundliche und lebensfrohe Leute, welche froh waren, dass überhaupt Touristen den Weg nach Kolumbien fanden und die meinen Aufenthalt damals sehr angenehm gestalteten. Heute, ein paar Jahre später, ist alles ganz anders. Kolumbien scheint DIE Trenddestination in Südamerika schlechthin zu sein. Nahezu alle Traveller, die wir unterwegs trafen oder die kürzlich eine Südamerika-Reise unternommen haben, schwärmen von diesem Land – sicherlich nicht zu Unrecht – in den höchsten Tönen. Nebst den von Touristen inzwischen überfluteten Destinationen gibt es jedoch auch heute noch Regionen, in denen man wenig ausländische Touristen findet, da diese von der angeblichen Gefahr in diesen Regionen abgeschreckt werden. Gut für uns.

Für die Reise nach Kolumbien galt definitiv das Motto: Der Weg ist das Ziel. Von Iquitos ging es, wieder einmal zu einer unmöglichen Zeit, die ein Aufstehen um 4.30 Uhr erforderlich machte, mit dem Schiff nach Santa Rosa, einem kleinen peruanischen Dorf am Amazonas. Die 10stündige Schifffahrt war definitiv eines der Highlights der bisherigen Reise. Ständig passierten wir kleinere und grössere Dörfer an den Ufern und nach rund sieben Stunden sogar eine Stadt mit rund 25’000 Einwohnern. Soll noch mal jemand behaupten, Lungern oder Hildisrieden seien abgelegene Orte…

Dorf am Amazonas. Ja, der Fluss wird noch ein paar Meter steigen.

In Santa Rosa angekommen, galt es zuerst die Ausreiseformalitäten zu erledigen, bevor wir zusammen mit dem Engländer Ian, dessen Spanischkenntnisse die unsrigen noch unterbot, einen lokalen Fischerjungen anheuerten, der uns über den Fluss zuerst nach Tabatinga in Brasilien, wo Ian hinwollte, und dann nach Leticia in Kolumbien, unserem Ziel, fahren sollte. Hier machten wir erneut eine neue Erfahrung in Sachen Grenzübergänge, denn hier interessiert es absolut niemanden, wenn man zwischen diesen Orten hin und her verkehrt.

Leticia ist bei Touristen vor allem beliebt für Ausflüge in den kolumbianischen Dschungel. Wir verzichteten jedoch darauf und strolchten dafür umso mehr in der Stadt herum. Da Leticia und das brasilianische Tabatinga sich auf der gleichen Seite des Amazonas befinden, konnten wir während unseres dreitägigen Aufenthalts sogar einen kleinen Ausflug zu Fuss über die Grenze unternehmen, ohne den Pass je in die Hände nehmen zu müssen. Wie im Schengen-Raum halt.

Zurück in Brasilien.

Von Leticia führte uns unsere Reise nach Medellín, einer Millionenstadt im Landesinneren, die vor noch nicht allzu langer Zeit als die gefährlichste Stadt der Welt galt. Der Drogenhandel hatte die Stadt fest im Griff und Schiessereien, Entführungen und Raubüberfälle waren an der Tagesordnung. Medellín wurde Anfang der 90er-Jahre als «Mord-Hauptstadt der Welt» betitelt, bei rund 20 Morden pro Tag wohl berechtigt. Heutzutage ist alles anders: 2013 wurde Medellín vom Wallstreet Journal zur innovativsten Stadt der Welt gekürt, in den Listen der gefährlichsten Städte taucht der Name nicht mehr auf und die Touristen kommen in Scharen, unterem anderen auch, um die Geschichte der Drogenkartelle und deren Schauplätze vor Ort zu erleben. Wir hingegen sahen Medellín hauptsächlich als Zwischenstopp und verbrachten lediglich zwei Nächte dort.

Blick auf Medellin und die Metrocable, die öV-Gondeln.

Von Medellín aus begaben wir uns dann in touristisch weniger erschlossene Gegenden. Zuerst reisten wir nach Apartado und von dort in einem vollgestopften Kleinbus in die Küstenstadt Necoclí. Wir hatten noch nicht mal das Gepäck in Empfang genommen, da wurde uns bereits von drei verschiedenen Leuten erklärt, wie wir zu unserer gebuchten Unterkunft finden. Das ist die Freundlichkeit der Kolumbianer, welche wohl Anteil daran hat, dass Kolumbien als Reiseland momentan so beliebt ist. Nachdem wir den ersten Karibikstrand unserer Reise begutachtet hatten, ging es am nächsten Tag mit dem Schnellboot weiter ins rund 90 Minuten entfernte Capurganá, welches nur per Boot erreichbar ist. Die Einheimischen gaben uns den Geheimtipp mit, alle Rucksäcke wasserdicht zu verpacken. Die Fahrt war dann auch entsprechend nass, aber es hätte durchaus schlimmer sein können. Trotzdem danke für den Tipp.

Perfektes Boot für eine Achterbahnfahrt auf dem Meer.

In dem kleinen Dorf Capurganá wurden wir dann sofort wieder von mehreren Leuten nach dem Namen unserer Unterkunft gefragt, mit dem kleinen Unterschied, dass diese niemand kannte. Da diese jedoch direkt am Strand liegen sollte, liefen wir einfach dem Strand entlang. Wir sind ja so clever. Die ersten drei Minuten waren diverse Unterkünfte zu sehen, aber irgendwie keine, deren Namen auch nur ähnlich klang wie der unserer Unterkunft. Nach zehn weiteren Minuten trafen wir auf einen Einheimischen, welcher meinte, dass wir einfach bis zum Ende des Strandes laufen sollten. Tatsächlich folgte nach rund 20 Minuten Fussmarsch die Unterkunft und wir mussten feststellen, dass «direkt am Strand» und «direkt am Meer» in Kolumbien durchaus das Gleiche bedeuten kann. Da wir die einzigen Gäste waren und das Schiff aus Necoclí nur einmal pro Tag frühmorgens fährt, wurden wir bereits erwartet. Nachdem die letzten Differenzen ausgeräumt waren – man merke: «cancelar» kann in Kolumbien nicht nur «cancel», also «stornieren», sondern auch «bezahlen» heissen, ein kleiner Unterschied, wenn es um eine Zimmerbuchung geht – konnten wir unser Zimmer in Empfang nehmen. Leider blieben wir nicht die einzigen Gäste in diesem, denn auch eine Ameisenkolonie, zwei Eidechsen, ein Wurm, eine Spinne und ein Frosch hatten es sich bei uns im Zimmer gemütlich gemacht. Aber das gehört irgendwie dazu und ganz nach dem Motto «leben und leben lassen» haben wir unsere Mitbewohner in Ruhe gelassen. Ok, ehrlich gesagt, die Spinne und der Wurm mussten dran glauben. Ansonsten gefiel es uns sehr und der Angestellte, der sich um die Unterkunft kümmert, hätte uns sogar sein 125ccm-Motorrad zur Verfügung gestellt, um ins Dorf zu fahren. Aber spazieren soll ja auch ausserordentlich gesund sein.

Aussicht von unserem Zimmer Richtung Swimming-Pool, Bar und Meer.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes in Capurganá liessen wir uns wieder von einem Tipp der Einheimischen inspirieren. Vom Nachbardorf Sapzurro soll ein Weg durch den Dschungel nach Panama zu einem wunderschönen Strand führen. So wollten wir gleich nach dem Frühstück am Hafen eine Mitfahrgelegenheit nach Sapzurro suchen. Die Chefin des Restaurants, in welchem wir frühstückten, teilte uns freudig mit, dass sie Tickets nach Sapzurro verkaufe. Für zwei Tickets hin und zurück wurden 50’000 kolumbianische Pesos (rund CHF 17) fällig. Kaum hatte ich diese bezahlt, rief sie einem Bootsfahrer, welcher sich keine fünf Meter vom Restaurant entfernt befand, drückte ihm 40’000 Pesos in die Hand und meinte, er solle uns nach Sapzurro bringen und am Nachmittag wieder abholen. Sie weiss, wie man Geschäfte macht. In Sapzurro angekommen, zeigte uns der Bootsfahrer noch eigenhändig den Anfang des Weges nach Panama. Rund 15 Minuten später erreichten wir bereits das Schild «Bienvenidos a Panama». Die Grenzbeamten registrierten unsere Pässe und liessen uns passieren. Willkommen in Zentralamerika. Gelegentlich hatte ich in der Vergangenheit gelesen, dass es unmöglich sei, auf dem Landweg von Kolumbien nach Panama zu gelangen; dies wäre nun also definitiv widerlegt. Unmöglich und unüblich ist eben nicht dasselbe.

Von Kolumbien nach Panama auf dem Landweg.

Im winzigen Dörfchen La Miel angekommen, machten wir uns nach einem Dorfrundgang auf die Suche nach dem Strand. Diesen wunderschönen Strand mussten wir lediglich mit ein paar Einheimischen, rund zwei Dutzend Angehörigen der panamaischen Nationalpolizei und einer Handvoll anderen Touristen, die auch vom Geheimtipp gehört haben müssen, teilen. An solche Strandtage könnte man sich echt gewöhnen. Am Abend passierten wir die Grenze erneut zu Fuss und liessen uns wieder zurück nach Capurganá fahren.

Der wunderschöne Strand von La Miel, unser erster Eindruck von Panama.

Von hier aus startet morgen, am 16. Dezember, der letzte Teil unseres Highlight-Monats. Wir werden definitiv Abschied nehmen von Südamerika. Ziel wird erneut Panama sein, Fortbewegungsmittel einmal mehr das Boot und der Grenzübergang dürfte nicht minder interessant sein als die letzten. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

Ein Gedanke zu “Grenzübergänge

  1. Hallo ihr zwei Pläuschler!
    Also ich bin schon ein bisschen neidisch….
    Philipp – bist du sicher, dass du nicht Autor als deine nächste Karriere in Angriff nehmen möchtest? Du schreibst tolle Bericht, liest sich sehr gut und lässt mich viel schmunzeln (nicht zuletzt, da ich die Geschichten bezüglich Grenzübergänge sehr gut ergänzen könnte…)
    Ich wünsche euch weiterhin viele schöne, eindrückliche und lustige Momente, geniesst es, im „hier und jetzt“ zu leben.
    liäbs Griässli vo der chaltä und näbligä CH

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